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SCW gibt nach Herzschlagfinale erste Punkte ab

 

7. Dezember 2015, Tzwänn Marschalek

 

Im Berlin-Derby der Deutschen Wasserball Liga zog der SC Wedding am vergangenen Samstag gegen die SG Neukölln knapp den Kürzeren. In einer heißumkämpften Partie im Kombibad Seestraße hatten die Nordberliner nach mehrfachem Führungswechsel letztlich mit 7:8 das Nachsehen. In der Tabelle der B-Hauptgruppe der DWL fällt der Kiezclub damit auf Rang 2.

 

Die Halle im Weddinger Kiez war für das erste Aufeinandertreffen der beiden Berliner Lokalrivalen seit mehr als fünf Jahren gut gefüllt. Beide Mannschaften gingen hochmotiviert ins Wasser – hatten sie doch zuletzt jeweils sehr erfolgreich abgeschnitten. Die SG Neukölln hatte erst vor Wochenfrist mit einem 16:10-Erfolg das Viertelfinale des Deutschen Wasserballpokals erreicht. Wedding hatte eine Woche zuvor mit dem Last-Minute-Erfolg gegen Potsdam die Tabellenspitze der B-Gruppe erobert.

 

Das Spiel begann denn auch auf beiden Seiten kampfbetont und konzentriert. Keiner der Kontrahenten konnte klar mehr Spielanteile für sich gewinnen. Wedding ging zwar Mitte des ersten Spielabschnitts durch Biegel, der einen langen Pass technisch versiert verwertete, in Führung. Neukölln glich jedoch kurz darauf per Konter wieder aus. Dann war es Sarosi, der in Überzahl den 2:1-Viertelstand herstellte. Eine weitere Überzahl brachte erneut Biegel zum Abschluss und schoss den SCW somit zur Mitte des zweiten Viertels erstmals mit zwei Treffern in Front.

 

Dann aber schlichen sich einige leichte Fehler in die bis dahin hochkonzentrierte Weddinger Abwehrarbeit, sodass den Neuköllner Gästen 80 Sekunden reichten, um selbst mit 4:3 in Führung zu gehen. Erst im dritten Viertel kehrte die Truppe von Coach Sören Mackeben in der Offensive zurück. Biegel glich zunächst mit seinem dritten Tor aus; nach der abermaligen Weddinger Führung war es das zweite Tor von Sarosi, das für Erleichterung bei den Nordberliner Fans sorgte. Völkel legte per Fernschuss sogar noch vor dem Schlussabschnitt zum 6:5 nach.

 

Wer vor den letzten acht Minuten vor Spannung noch nicht an den Nägeln gekaut hatte, tat dies spätestens nach dem 6:6-Ausgleich durch den Neuköllner Molnar, der später auch zum Spieler des Tages gekürt wurde. Vier Minuten vor der Schlusssirene ging Neukölln sogar in Führung, ehe Arnhold in Überzahl noch einmal den Ausgleich herstellte.

 

Als auf der Uhr nur noch eine Minute verblieb erkämpften die Hausherren sogar nochmals eine Mann-Mehr-Situation. Diese blieb jedoch ungenutzt. Im Gegenzug kassierte Wedding selbst einen Wasserverweis und musste fünf Sekunden vor dem Abpfiff das schmerzliche 7:8 hinnehmen. Der im Herbst verstorbene Weddinger Jugendtrainer Werner Kniep hätte es wohl wie folgt auf den Punkt gebracht: „Vorne der Fehler, hinten das Tor. So ist das im Wasserball."

 

Auch Sören Mackeben ging nach dem Spiel hart mit sich ins Gericht: „Die verpasste Auszeit zum Ende ärgert mich maßlos“, so der Trainer des SC Wedding, „denn auch ein Punkt wäre ja sehr wertvoll für uns gewesen.“ Bei aller Enttäuschung gab sich Mackeben jedoch sportlich nicht unzufrieden: „Grundsätzlich war das wieder ein gutes Spiel von uns. Wir haben dabei mehr Fehler gemacht, es ist aber gut zu sehen, dass es dennoch hätte reichen können. Glückwunsch an meine Jungs zur Leistung, Glückwünsch an Neukölln zu Leistung und Ergebnis!“

 

Da der OSC Potsdam zeitgleich zum Berlin-Derby eine Niederlage einstecken musste, konnte lediglich der zweite Verfolger aus Duisburg in der Tabelle am SCW vorbeiziehen. Die Nordberliner sind nunmehr mit einem Punkt Rückstand Zweiter. Am kommenden Samstag geht es in Stuttgart gegen den SV Cannstatt somit auch um die Herbstmeisterschaft in der DWL-B-Gruppe. Die Weddinger wollen dann vor der zweimonatigen Winterpause unbedingt zeigen, dass es sich bei der Heimniederlage vom vergangenen Wochenende nur um einen kleinen Stolperer handelte.

 

Für den SCW spielten: Lis – Biegel (3 Tore), Sarosi (2), Völkel, Arnhold (je 1), Knoop, Koch, Drachenberg, Hübscher, Kotowski, Langner, Moritz Meißner, Grütte

 

Noch mehr Bilder vom Spiel von unserem Fotografen Wapopic findet ihr auf Facebook.

 

 

 

Doppeltorschütze: Marton Sarosi, der für den SCW zwei Treffer erzielte, macht hier Druck auf das Neuköllner Tor.

 

Foto: Wapopic

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