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Dreifache Pleite für den SC Wedding

 

14. März 2016, Tzwänn Marschalek

 

Der SC Wedding hat am vergangenen Wochenende in der Deutschen Wasserball Liga zwei schmerzhafte Niederlagen einstecken müssen. Im Berlin-Derby gegen die SG Neukölln verlor die Truppe von Sören Mackeben am Samstag mit 7:9. Tags darauf kassierten die Nordberliner auswärts gegen den Duisburger SV 98 eine 6:7-Schlappe. Für das i-Tüpfelchen der Enttäuschung sorgte am Sonntag die Reserve des SCW, die im Ostdeutschen Pokal im Fünfmeterwerfen ausschied.

 

Vor dem Wochenende war die Situation klar. Wedding hatte mit der SG Neukölln und dem Duisburger SV 98 die beiden direkten Konkurrenten um den zweiten Tabellenplatz in der B-Gruppe der Deutschen Wasserball Liga vor der Nase. Nichts für schwache Nerven also.

 

Doch Wedding wirkte von Beginn der ersten Partie an wie gehemmt. Zwar konnte Langner mit seinem ersten Saisontor das 0:1 durch Neukölln ausgleichen und Arnhold sorgte mit zwei Treffern für ein zwischenzeitliches 3:3-Unentschieden; bis kurz vor der Pause ließ man den Gastgeber jedoch auf vier Tore davonziehen (3:7). In dieser Phase ließen vor allem die Konterabwehr und die eigene Chancenverwertung bei Wedding zu wünschen übrig.

 

Für etwas Hoffnung sorgte kurz vor dem Seitenwechsel noch einmal Arnhold, der mit seinem dritten Treffer auf 4:7 verkürzte. In der zweiten Spielhälfte stabilisierte sich dann die Weddinger Defensive zusehends, von dem schon geschehenen Schaden erholte man sich jedoch nicht mehr. Das dritte Viertel endete Unentschieden, wobei Moritz Meißner in Überzahl für den einzigen offensiven Weddinger Lichtblick sorgte. Im Schlussabschnitt warfen die Kiezwasserballer zwar noch einmal alles nach vorne, die abschließenden Tore von abermals Langner und Arnhold waren jedoch nur noch Ergebniskosmetik.

 

Umso mehr zählte denn die Sonntagsfahrt nach Duisburg. Und Sören Mackeben hatte offenbar die richtigen Worte gefunden, denn die Weddinger legten los wie die Feuerwehr. Tom Völkel, der tags zuvor nach einem Check ins Gesicht noch um seinen Einsatz im Ruhrgebiet hatte bangen müssen, erzielte das 1:0; Sarosi erhöhte kurz darauf zum 2:0, mit dem es auch in die erste Viertelpause ging. Im zweiten Abschnitt hielten die Berliner den Druck aufrecht. Den Duisburger Anschlusstreffer beantwortete Knoop mit einem Doppelschlag von der Centerposition. Nach einem weiteren Tor der Gastgeber erhöhte Kotowski schließlich auf 5:2.

 

Und hier endete völlig unverständlich die anfängliche Offensivstärke des SCW. Fast 20 endlos lange Minuten blieb die Mackeben-Sieben in der Folge ohne eigenen Treffer, während Duisburg Stück für Stück vorbeizog. Als Arnhold schließlich eine Minute vor der Schlusssirene zum sechsten Mal für Berlin einnetzte, war es bereits zu spät. Duisburg gewann die Partie mit 7:6.

 

In den Reigen der Enttäuschungen reihte sich am Sonntag auch Weddings Reservemannschaft im Achtelfinale des Ostdeutschen Wasserballpokals ein. Dabei schien die Partie gegen den höherklassigen Kontrahenten von der SGW Dresden vor dem letzten Spielabschnitt schon gewonnen. Eine sehr konzentrierte Defensive und die Tore von Hurpin, Kleinschmidt, Schulz, Kopp sowie je zwei Mal Maximilian Meißner und Balaban sorgten für den beruhigenden Zwischenstand von 8:3.

 

Dann aber brach das Spiel der Weddinger völlig zusammen. Balaban konnte im Schlussviertel zwar noch zwei Treffer markieren. Sowohl im Angriff als auch in der Defensive wirkten die Berliner jedoch phasenweise wie ein aufgescheuchter Hühnerstall. Die Konsequenz: Dresden traf drei Mal in Überzahl, zwei Mal per Konter und zwei Mal von der Centerposition zum Endstand von 10:10. Im abschließenden Fünfmeterwerfen lagen die Nerven blank. SCW-Keeper Marschalek parierte zwar noch zwei Strafwürfe, bis auf Kleinschmidt scheiterten jedoch alle Weddinger Schützen, sodass am Ende die Dresdener als Sieger aus der Halle gingen.

 

Was am Sonntagnachmittag – bei den Spielern der ersten und zweiten Weddinger Mannschaft – für Kopfschütteln sorgte, waren denn auch weniger die zuvor kassierten Niederlagen an sich, als vielmehr das Wissen darum, das mehr möglich gewesen wäre. Die große Enttäuschung zeigte sich auch in den Kommentaren.

 

„Wir hätten gewinnen müssen“, bemerkte der Fünffachtorschütze des Wochenendes, Yannick Arnhold. „Da war mehr drin“, stimmte dem auch Rechtsaußen Julian Drachenberg zu. „Die schlimmste Niederlage ever“, hielt Maximilian Meißner zum Ostpokal-Ausscheiden von Wedding II fest. Torschütze Philipp Kotowski nahm es mit Humor und gab zum Besten: „Wenn alle auf meinem Niveau spielen würden, wären wir Erster.“ Und Sascha Knoop versuchte zumindest vorauszuschauen auf das „Endspiel um Platz 4“, das der SCW nunmehr am kommenden Samstag mit der Partie gegen den SV Cannstatt haben wird. „Mit der gleichen Einstellung werden wir gewinnen“, so der Weddinger Kapitän.

 

Dafür können die Jungs aus dem Kiez auch wieder Unterstützung vom Beckenrand gebrauchen. Das Anschwimmen gegen den SV Cannstatt startet wegen der Regelung, dass alle Abschlusspartien zur selben Zeit starten schon um 16 Uhr. Der Eintritt im Kombibad Seestraße ist frei.

 

Für Wedding I spielten: Lis – Arnhold (4 Tore gegen Neukölln / 1 Tor gegen Duisburg), Langner (2/0), Knoop (0/2), Moritz Meißner (1/0), Sarosi, Völkel, Kotowski (jeweils 0/1), Drachenberg, Hübscher, Koch, Farkas, Melwin Meißner

 

Für Wedding II spielten: Marschalek – Balaban (4 Tore), Maximilian Meißner (2), Kleinschmidt (1 Tor und 1 Fünfmeter), Schulz, Kopp, Hurpin (je 1), Fritz, Wermke, Burde, Witzmann, Kocsis

 

 

 

 

Zu Beginn war alles noch im Lot: Hier zu sehen Tamas Kocsis von Wedding II in der Verteidigung.

 

Foto: Wapopic

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