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SCW holt einen Punkt in Plauener Wasserballtempel

 

25. Januar 2015, Tzwänn Marschalek

 

Plauen. Zum Rückrundenstart der Deutschen Wasserball Liga reisten die Mannen des SC Wedding am Samstag in die vogtländische Wasserballhochburg Plauen. Gegen den gastgebenden SVV gelang nach einem überzeugenden Spiel und großartigem Kampf ein 7:7-Unentschieden. Die Nordberliner stehen damit unverändert auf dem fünften Rang der B-Gruppe.

 

Noch Minuten nach dem Abpfiff toben die Menschen auf den Rängen des Plauener Stadtbads. Die stehenden Ovationen der rund 750 Zuschauer gelten den Spielern des Gastgebers, doch die Athleten des Weddinger Coaches Stefan Tschierschky genießen die Atmosphäre gleichermaßen. „2015 ist unser Jahr!“, ruft Motivator Carsten Schulz in den Kreis, in dem sich die Berliner nach dem Spiel zusammengefunden haben. Sie beschwören sich. Sie schweben auf der Euphoriewelle. Sie wissen: Heute haben wir alles gegeben. Heute haben wir einen Punkt gewonnen.

 

Es war ein spannungsgeladenes Spiel, in dem der SCW einen richtig guten Start erwischte. Gleich im ersten Angriff wuchtete Center Leonard Grütte nach schöner Drehung den Ball zum 1:0 in die Maschen des Plauener Kastens. Über diesen Blitzstart kamen die Gastgeber nicht so richtig hinweg und erzeugte gegen die eng gestaffelte und aufmerksame Defensive der Berliner vorne keinen richtigen Druck. In einem Viertel, das über weite Strecken ohne entscheidende Offensivaktionen hin und her ging, brauchte es denn auch mehr als sieben Minuten ehe Plauen per Fernschuss doch noch ausgleichen konnte.

 

Im zweiten Spielabschnitt dann häuften sich die Ereignisse – und dies konnte Wedding zunächst zu seinem Vorteil nutzen. Abermals war es Grütte der in Überzahl am kurzen Pfosten den Ball ins Tor drückte und kurz darauf im Konter durch war und Plauens Keeper keine Chance lies. Den besseren Start in die zweite Hälfte erwischten jedoch die gastgebenden Vogtländer, die nach individuellen Fehlern in Überzahl rasch zum 3:3 ausgleichen konnten.

 

Wieder entwickelte sich ein offener Schlagabtausch – wieder hatte der SCW zunächst Oberwasser. Erst war es Koch der in Überzahl einen schönen Pass auf den langen Pfosten verwerten konnte, kurz darauf war Langner nach dem zwischenzeitlichen 4:4-Ausgleich frei vor dem gegnerischen Kasten und brachte die Nordberliner wieder in Front. Dann aber wendete sich das Blatt, als Plauen erneut leichte Fehler der Tschierschky-Sieben ausnutzen konnte und sich bis zur Viertelpause selbst mit 6:5 in Führung schoss.

 

Doch der Berliner Coach fand offenbar die richtigen Worte. Im letzten Spielabschnitt waren kaum dreißig Sekunden von der Uhr heruntergelaufen, als es wiederum Leonard Grütte war, der – von seinen Mitspielern schön freigespielt – das 6:6 erzielen konnte. Das Stadtbad in Plauen bebte jetzt vor Spannung. Beide Teams kämpften bis zum Umfallen.

 

Ausdruck dafür war unter anderem, dass sich man sich auch nach dem gut gemachten, aber aus Berliner Sicht unglücklichen 7:6 des SVV nie aufgab. André Koch nahm sich schließlich ein Herz und klinkte den Ball 5 Minuten vor Schluss per Fernwurf zum 7:7-Endstand ein. „Schlussendlich hätte das Pendel nach beiden Seiten ausschlagen können.“, hielt der vierfache Torschütze Leo Grütte nach Spielende fest, „Wir hätten hier durchaus auch einen Sieg verdient.“ Spieler des Tages wurde Torhüter Pawel Lis, der, wie es aus Mannschaftskreisen hieß, den Weddingern „ein ums andere Mal den Arsch rettete“.

 

Grund zur Freude bereitete tags darauf auch die zweite Mannschaft des SCW, die im Spitzenspiel der Berliner Verbandsliga gegen die Reserve der Wasserfreunde Spandau überzeugen konnte. Durch Tore von Moritz (5) und Melwin Meißner (3), Knoop, Langner (je 2) sowie Kocsis und Witzmann (je 1) gelang ein nie gefährdeter 14:9-Erfolg (3:1, 1:3, 6:2, 4:3). Weddings Zweite bleibt damit in der laufenden Verbandsligasaison weiter ungeschlagen.

 

Wedding I spielte mit: Lis – Grütte (4 Tore), Koch (2), Langner (1), Knoop, Sarosi, Schulz, Hübscher, Kotowski, Biegel, Melwin und Moritz Meißner

 

Wedding II spielte mit: Marschalek – Moritz (5) und Melwin Meißner (3), Knoop, Langner (je 2) Kocsis, Witzmann (je 1), Häntschel, Hübscher

 

Fairer Fight: Das Weddinger Maskottchen Lars Juni-Korn und das Plauener Pendant Walther Polo freuen sich gemeinsam über einen Punkt.

 

Foto: Tzwänn Marschalek

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