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Wedding-Misere hält weiter an

 

08. Dezember 2014, Tzwänn Marschalek

 

Die Bundesligawasserballer des SC Wedding haben am Samstag nach einer enttäuschenden Vorstellung beim Aufsteiger von der SpVg Laatzen erneut zwei Punkte abgegeben. Das Spiel der Hauptrundengruppe B endete letztlich 13:14 aus Berliner Sicht. Damit stehen die Nordberliner nach vier Spielen sieglos auf dem vorletzten Tabellenplatz.

 

Die Enttäuschung saß tief bei den Akteuren des SCW – Torwart Pawel Lis saß gar noch eine halbe Stunde nach Ende der gerade verlorenen Partie mit ausdrucksloser Miene und hängendem Kopf in der Kabine. „Diese Niederlage tut richtig weh.“, reflektierte denn auch Sascha Knoop, Mannschaftskapitän der Berliner. Denn der SC Wedding, der in der laufenden Saison nach drei schweren Auftaktpartien mit nur einem Punkt dastand, hatte sich gegen den Aufsteiger aus Laatzen endlich den ersten Saisonsieg vorgenommen. „Wir wollten geschlossen agieren und zeigen, dass wir der Favoritenrolle hier gerecht werden. Das ist augenscheinlich in die Hose gegangen.“, so Knoop.

 

Von Anfang an, war das Spiel der Berliner vor allem durch Unruhe geprägt: Zwar gelang es im ersten Viertel nach Toren von Knoop, Grütte und Kleinschmidt mehrfach in Führung zu gehen; die Kiezwasserballer fanden aber nie eine Linie, um sich spielentscheidend abzusetzen. Das erste Viertel endete wie zur Demonstration dieser Tatsache mit 3:3.

 

Wie so oft in dieser Saison gelang es vor allem im Angriff nicht, die Vorgaben von Trainer Stefan Tschierschky konsequent umzusetzen. 70 % der Überzahlspiele blieben ungenutzt, im Normalangriff standen sich die Berliner im engen Becken des Aqualaatziums häufig selbst im Weg. Hinzu kamen zu viele leichte Fehler in der Defensivarbeit. „Es war für die Jungs heute zugegebenermaßen nicht einfach zu verteidigen“, stellte Tschierschky nach dem Spiel fest, „aber mit 13 Toren musst du die Halle eigentlich als Sieger verlassen.“

 

Die genannten Probleme schlugen sich auch im weiteren Spielverlauf nieder. Es ging munter hin und her. Während sich Laatzen mehrfach und beim Stand von 5:3 und 10:8 sogar mit zwei Toren in Führung bringen konnte, hatte Wedding lediglich beim zwischenzeitlichen 7:6 (Balaban) und 12:11 (Schulz) nochmals die Nase vorn. Auf Seiten der Berliner setzten sich dabei neben den genannten Torschützen auch Biegel mit sehenswerten Treffern von der Centerposition und in Überzahl sowie Koch mit zwei knackigen Fernwürfen in Szene. Den letzten Punkt für die Nordberliner setzte Marton Sarosi, der bei 2:56 Minuten im letzten Viertel zum 13:13 einnetzen konnte – leider umsonst, wie sich nach dem 14:13-Siegtreffer der Laatzener 92 Sekunden vor der Schlusssirene zeigte.

 

In der Schlussphase konnte auch Stefan Tschierschky nicht mehr ins Spielgeschehen eingreifen: Der Trainer des SCW hatte nach mehrfachen Beschwerden über die undurchsichtigen und unstetigen Entscheidungen des Schiedsrichtergespanns die rote Karte kassiert und war auf die Tribüne verbannt worden. Sein Zorn hatte sich nach dem Spiel nicht gelegt, wie die Ansprache vor seinen Spielern klar zum Ausdruck brachte: „Man kann sich über die Schiris aufregen wie man will; wir hätten den Sack aber verdammt nochmal in den ersten drei Vierteln schon zumachen müssen.“

 

Zwei Chancen auf Punkte hat der SCW in diesem Kalenderjahr aber noch. Am kommenden Wochenende geht es nach Baden-Württemberg, wo ein Doppelspieltag gegen den zweiten Aufsteiger aus Leimen/Mannheim und den derzeitigen Tabellendritten vom SC Neustadt anliegt. Bis dahin sollten sich die Jungs aus dem Kiez zu Herzen nehmen, was Torjäger Philipp Kotowski am Samstagabend auf Facebook kommentierte: „Jetzt muss hart gearbeitet werden, sonst sieht es sehr düster aus für diese Saison.“

 

Der SC Wedding spielte mit:

Lis, Marschalek – Knoop, Koch, Schulz, Balaban, Biegel (je 2 Tore), Kleinschmidt, Sarosi, Grütte (je 1), Langner, Moritz Meißner, Kotowski

 

 

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