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Trotz prominenter Unterstützung war Pokal-Aus nicht zu vermeiden

 

30. November 2014, Tzwänn Marschalek

 

Der SC Wedding 1929 hat sich mit einer engagierten, aber letztlich aussichtslosen Vorstellung aus dem DSV-Wasserball-Pokal 2014/15 verabschiedet. In Stuttgart musste der Nordberliner Bundesligist am Samstagnachmittag eine 9:21-Schlappe gegen den SSV Esslingen hinnehmen. Trotzdem gingen die Berliner mit erhobenem Haupte aus der Halle.

 

Die Sieben von Coach Stefan Tschierschky war mit denkbar schlechten Vorzeichen angereist: Stammtorwart Pawel Lis vertrat die polnische Nationalmannschaft bei einem EM-Vorbereitungsturnier, Jeldrik Biegel fehlte gesperrt und drei weitere Leistungsträger in Reihen der Weddinger mussten verletzungsbeding passen. Tschierschky konnte daher nur auf 10 Akteure bauen, die sich aber anständig aus der Affäre zogen.

 

Insbesondere der Start gelang den Berlinern eindrucksvoll. Ganz offensichtlich nahmen sich die Mitgereisten die Worte ihres Trainers zu Herzen: „Wir haben hier keinen Druck. Lasst uns zeigen, dass wir die 700 Kilometer nicht gefahren sind, nur um uns hier abschlachten zu lassen“. Und so staunten die Esslinger Fans nicht schlecht, als es nach eineinhalb Minuten plötzlich 2:0 für den Kiez stand. Moritz Meißner und Kotowski hatten in Überzahl bzw. Konter mit schönen Direktabnahmen den A-Gruppengegner kalt erwischt.

 

Mitte des ersten Viertels aber hatten die Schwaben den Gleichstand wiederhergestellt, bevor es erneut Kotowski war, der in Überzahl für die Führung sorgte – leider die letzte aus Berliner Sicht an diesem Nachmittag. Immer wieder ließ man den höherklassigen Esslingern um Ex-Nationalspieler Heiko Nossek zu viel Platz. Zudem kam Pokaldebütant Sven Marschalek im Tor erst in der zweiten Hälfte besser ins Spiel. Bis zur Halbzeit musste er daher bereits 13 mal hinter sich greifen.

 

Zwar hatten im ersten Spielabschnitt Sarosi (4:5) und Hübscher (5:6) mit sehenswerten Treffern aus der zweiten Reihe bzw. von der Centerposition noch zwei Mal den Anschlusstreffer für Wedding erzielt; dann ging aber kaum noch was. Nachdem Schulz Mitte des zweiten Viertels den sechsten Berliner Treffer markierte, war im Angriff weitgehend kaum noch etwas zu sehen.

 

Erst 15 Minuten später (und beim Stand von 6:18) konnte erneut Moritz Meißner im Konter für eine Aufhellung der Mienen auf Seiten des SCW sorgen. Das vierte Viertel nutzte der Kiez denn auch, um sich immerhin mit erhobenem Haupte aus dem Pokal zu verabschieden. Moritz Meißners Bruder Melwin erzielte im Konter und in Überzahl die Tore acht und neun für die Berliner.

 

Mit dem Ergebnis leben konnte auch der Rapper Takt 32, der bis zur vergangenen Saison noch selbst in Reihen des SCW gespielt hatte und Samstag aufgrund eines Videodrehs in Stuttgart weilte. „Wir haben uns hier ordentlich aus der Affäre gezogen.“, so Takt, der es sich natürlich nicht nehmen ließ, seine Jungs vom Beckenrand aus zu unterstützen. Sicher ist auch, dass mehrere strittige Schiedsrichterentscheidungen die Unterschiede auf dem Tableau letztlich etwas deutlicher gestalteten, als es sich im Wasser darstellte.

 

Trotzdem fand Stefan Tschierschky anerkennende Worte: „Ich muss der Mannschaft ein Lob aussprechen. Wir haben uns hier insbesondere zu Beginn sehr angriffslustig gezeigt und endlich auch in Überzahl eine Quote von fast 50 % erreicht. Zwischenzeitlich haben wir das Spiel etwas zu kompliziert gemacht, aber wir sollten zumindest das 3:3 im vierten Viertel als Ansporn mit in die nächsten Bundesligapartien nehmen“.

 

Diese warten bereits an den kommenden beiden Wochenenden in Laatzen sowie Heidelberg und Neustadt. Dann kann der Kiez hoffentlich auch wieder auf die meisten seiner Stammkräfte zurückgreifen, um in der Liga endlich den ersten Saisonsieg einzufahren.

 

Wedding spielte mit:

Marschalek – Kotowski, Melwin und Moritz Meißner (je 2 Tore), Sarosi, Schulz, Hübscher (je 1), Grütte, Knoop, Langner

 

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