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Wedding beendet Südwesttour mit Sieg und Niederlage

 

14. Dezember 2014, Tzwänn Marschalek

 

Heidelberg/Neustadt. Die Bundesligawasserballer des SC Wedding haben das Jahr 2014 mit einer versöhnlichen Leistung abgeschlossen. Aus den zwei Spielen im Südwesten der Republik nahmen die Nordberliner nach einem 14:5-Triumph gegen die SGW Leimen / Mannheim und einer 4:10-Pleite gegen den SC Neustadt zumindest zwei Punkte mit nach Hause.

 

Marton Sarosi, Rückraumschütze und Leistungsträger des SCW, schaute seinen Mitspielern tief in die Augen und fragte: „Wollen wir dieses Jahr wirklich mit dem letzten Tabellenplatz abschließen? Denn genau dort werden wir stehen, wenn wir hier versagen.“ Und seine Worte vor dem samstäglichen Spiel gegen Tabellenschlusslicht SGW Leimen/Mannheim zeigten offenbar Wirkung – die Berliner gingen hochmotiviert ins Wasser und gingen durch Kotowski, der einen schönen Pass von Koch sicher verwerten konnte, schon nach 10 Sekunden mit 1:0 in Führung.

 

Zwar konnte die Spielgemeinschaft aus Leimen kurz darauf durch einen glücklichen Fernschuss noch einmal ausgleichen; nach dem 2:1 bei der Hälfte des ersten Viertels gaben die Kiezwasserballer die Führung jedoch nicht mehr her. Insbesondere in der ersten Spielhälfte zeigten sie eine konzentrierte Vorstellung, ließen in der Defensive wenig zu und konnten vorne besser punkten als zuletzt. Endlich klappte auch einmal das Überzahlspiel: Nach dem Spiel zählte Sven Marschalek, der nach Stefan Tschierschkys roter Karte am vergangenen Wochenende als Ersatz auf der Trainerbank eingesprungen war, eine Abschlussquote von über 50 %.

 

Durch Torabschlüsse auszeichnen konnten sich unter anderem Kleinschmidt mit drei Treffern, Biegel mit zwei Zählern sowie Moritz Meißner, Kotowski, Hübscher, Schulz und Koch, die jeweils einmal einnetzten. Sarosi, der schlussendlich als Spieler des Tages die Halle verließ, gelang es sogar seine Würfe vier Mal im Tor des Aufsteigers aus Leimen unterzubringen. Nach einer weitgehend ruhigen Partie kam der SC Wedding denn auch zu einem nie gefährdeten 14:5-Erfolg.

 

Die Siegereuphorie galt es am Sonntag mit in das nur 60 Kilometer entfernte Neustadt an der Weinstraße zu nehmen, wo die Mannen von Stefan Tschierschky nach einem kurzen Abstecher zum Heidelberger Schloss auf den heimischen SCN treffen sollten. Die Rheinländer hatten tags zuvor noch etwas überraschend gegen den Tabellenführer vom OSC Potsdam gewonnen.

 

Das wusste auch Tschierschky, der seine Mannschaft vor dem Spiel dazu aufrief, die Konzentration hochzuhalten. „Nach dem bisherigen Saisonverlauf gehen wir hier sicherlich als Außenseiter ins Spiel. Nichtsdestotrotz, wenn wir geschlossen agieren und unsere Chancen nutzen, dann ist hier auch etwas drin.“, so der Trainer des SCW.

 

Und in der Tat, die erste Hälfte verlief keineswegs schlecht für Wedding. Trotz zahlreicher Ausschlüsse gegen die Nordberliner, ließen diese dem Gegner vor dem eigenen Tor wenig Aktionsspielraum und erspielten sich vorne zahlreiche gute Möglichkeiten. Aber es zeigte sich abermals ein altbekanntes Problem: Der Ball wollte einfach nicht rein. Es war wie verhext; ob man durch überhastete Abschlüsse den späteren Spieler des Tages im Tor der Neustädter sprichwörtlich „berühmt schoss“, ob man schön herausgeschwommene Konter leichtfertig vergab oder bei einem der zahlreichen Pfosten- und Lattenschüsse das Quäntchen Glück fehlte, am Ende trafen vor allem die Gastgeber.

 

Nach dem 2:4-Halbzeitstand mit Toren von Kleinschmidt und Grütte kam zudem zu viel Unruhe ins Spiel der Berliner, die sich auch zunehmend unzufrieden über die Entscheidungen der Unparteiischen zeigten. Nutznießer waren letztlich erneut die Neustädter, die über die Zwischenstationen 7:2 und 10:3 uneinholbar davon zogen. Die Tore von abermals Grütte und Sarosi in der Schlussminute stellten nicht mehr als Ergebniskosmetik dar, die Partie ging mit 4:10 verloren.

 

„Wir sind hier zwei Viertel die bessere Mannschaft,“ kritisierte Stefan Tschierschky nach dem Abpfiff, „aber wie heißt es so schön: Das Spiel gewinnt die Mannschaft, die öfter das Tor trifft. Das haben wir heute verpasst.“ Auch insgesamt war man sich einig im Team der Berliner: Hinter diesen Saisonstart (Tabellenplatz 6 in der B-Gruppe mit drei Punkten aus sechs Spielen) sollte man einen großen Haken setzen. Oder wie es Kapitän Sascha Knoop sagte: „Wir gehen jetzt in die Winterpause und dann sehen wir im Januar weiter – hinten kackt die Ente.“

 

Der SCW spielte mit:

Lis – Sarosi (4 Tore gegen Mannheim / 1 gegen Neustadt), Kleinschmidt (3/1), Biegel (2/0), Grütte (0/2), Koch, Schulz, Hübscher, Kotowski, Moritz Meißner (jeweils 1/0), Knoop, Balaban, Langner

Aushilfscoach: Sven Marschalek vertrat Coach Stefan Tschierschky in Heidelberg auf der Trainerbank.

 

Foto: Carsten Schulz

SCW on Tour: Vor dem Spiel gegen Neustadt vertraten sich die Jungs aus dem Kiez noch kurz auf dem Heidelberger Schloss die Beine.

 

Foto: SC Wedding 1929 e.V.

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